So nah und doch so fern…

Tag 160
Meilen gewandert: 17
Meilen auf AT: 2138 von 2184

Die Nacht im Zelt war kalt, wohl hauptsächlich wegen des Windes. Zum ersten Mal habe ich mit Jacke und Hose im Schlafsack geschlafen. Immerhin hat der viele Wind dafür gesorgt, dass am Morgen meine Schuhe zum ersten mal seit vielen Tagen trocken waren.

Meine (schlimmen) Befürchtungen sind leider wahr geworden: Heute früh hat die Sehne in meinem linken Fuss am unteren Schienbein geschmerzt und beim Bewegen die typischen „Geräusche“ gemacht. Ich habe also eine Sehnenscheidenentzündung oder Shin-Splints. Vielleicht wäre das vermeidbar gewesen, wenn ich gestern früh gestoppt hätte? Aber „nachlaufende Schläue“ nutzt nun auch nichts mehr.

Da mein Proviant limitiert ist (und das meiste ohne Löffel auch schlecht zu essen ist), war eine längere Pause in der Wildnis nicht wirklich eine Option. Als einzige Alternative Bot sich an, das 17 Meilen entferne Hostel „White House Landing“ zu erreichen und dort ein paar Tage die Sehne ruhen lassen. Da das Wetter heute schön und der Trail recht einfach war, habe ich mich trotz starker Schmerzen die 17 Meilen durchgekämpft. Kurz vor dem Hostel hat sich nochmal der Mount Kathadin gezeigt: so nah und gerade doch so fern für mich.

Whitehouse Landing liegt sehr idyllisch an einem See. Wenn man das Ufer erreicht hat, hupt man mit einer Pressluftfanfare Undank wird mit einem Boot abgeholt. Das ganze Gelände hat weder Strom noch Internet und gewaschen wird altmodisch von Hand mit Wasser aus dem See.

Wie es mit mir und meiner Wanderung weiter geht, kann ich noch nicht sagen. Es wird sicher ein paar Tage dauern, bis meine Sehne wieder halbwegs belastbar sein wird. Auf der andern Seite have ich nun wirklich auch Sehnsucht nach Hause und ab spätestens dem 24. September werde ich dort auch gebraucht. In dieser Situation ist auch diese Idylle ohne Internet, Strom und Telefon bald ein Gefängnis. Ich habe mir nun erst einmal bis Morgen gegeben, um über die verfügbaren Optionen nachzudenken.

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3 Antworten zu So nah und doch so fern…

  1. tessa schreibt:

    keine sorge stephan ich komm wärend karins weiterbildung zur not auch alleine klar, denn du musst umbedingt die paar meilen fertig wandern. Ich weiß dass du das schaffen kannst wenn du nur willst. Aber beeil dich du hast eine nette familie. Außerdem kannst du doch nich so zurück kommen alle fiebern mit. Und noch was Karin ist zehn mal schöner als jede leckere bedienung. deine tessa : )

    • kazibo schreibt:

      Hallo Tessa,

      Das ist der schönste Kommentar, den ich bis jetzt auf meinem Blog erhalten habe! Ich freue mich natürlich, wenn Ihr alle mi mir mitfiebert. allerdings habe ich so langsam genug vom Wandern und habe jetzt hauptsächlich Sehnsucht nach Hause. Tage während Verletzungspausen sind viel schwieriger auszuhalten als die anstrengendsten Wandertage!

  2. Polarfuchs schreibt:

    Laufe die Strecke zu Ende, einen evtl. Abbruch wirst du ein lebenlang bereuen …

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