Pausentag

Tag 114
Meilen gewandert: 0
Meilen auf AT: 1442

Heute Nacht war meine Erkältung ziemlich unerträglich. Dasher habe ich mich entschlossen, einen Pausentag im schäbigen, teuren und unfreundlichen Motel in Wingdale einzulegen. Da mein Zimmer das letzte am Ende des Gebäudes war, hatte ich nicht mal WiFi Empfang im Zimmer und musste mich auf einem Plastikstuhl vor dem „Office“ platzieren, wenn ich ins Internet wollte. Mein Ansinnen, in ein anderes Zimmer umzuziehen, das näher am WiFi Sender lag, wurde mit allerhand Ausreden negativ beschieden.
Als ich hartnäckig weiter bohrte, sagte man mir schließlich, dass dies nur der Chef entscheiden könne, der gerade aber nicht da sei und man auch nicht wisse, wann der wieder kommt.

Irgendwann habe ich mich dann auf die Suche nach Frühstück gemacht und bin der Landstraße NY 22 ein Stück zu Fuß in die westliche Richtung gefolgt (den Osten hatte ich ja schon gestern auf der Suche nach Abendessen erkundet). Auf dem Weg gab es gleich eine Tankstelle, die auch Erkältungsmedikamente vorrätig hatte. Das ersparte mir dann eine teure Taxifahrt in die Potheke der Nachbarstadt. Nach rund einer Meile erreichte ich Cousin’s Café and Bakery. Dieser Laden war ein wirklich positiver Kontrast zum Motel: Er war hell und freundlich, es gab frisch gebackenes Brot, Kaffee, allerhand Süßes und schnelles Internet für die Kunden. Dort habe ich es mir dann für gute 2 Stunden bequem gemacht.

Zurück im Motel war überraschend der Chef aufgetaucht, der auch kein Verständnis dafür aufbrachte, dass ich für einen horrenden Zimmerpreis von 73 Dollar Gene auch ein Zimmer mit WiFi hätte. Als ich nicht locker ließ, wollte er erst mein Zimmer sehen, um sich zu vergewissern, dass ich mich in der letzten Nacht anständig benommen habe. Ein wirklich gutes Lcht wirft das ja nicht gerade auf einige Mitwanderer. Nachdem er mein Zimmer für ordentlich befunden hatte, durfte ich doch tatsächlich in ein Zimmer mit WiFi umziehen.

Am frühen Nachmittag meldete sich Herma telefonisch. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Über manch Dinge kann man eben am Besten von „Thru-Hiker zu Thru-Hiker“ reden. Herma ist mir eine knappe Woche voraus. Vielleicht kann ich bis zum Beginn der „100 Mile Wilderness“ zu ihr aufschließen, da sie grob zum gleichen Zeitpunkt den Trail beenden möchte wie ich.

Eine Recherche zum Thema Erkältung hat auch nichts Neues ergeben. Eine Erkältung dauert nach wie vor ein bis zweinWochen, beginnt mit Halsschmerzen, gefolgt von Schnupfen und schließlich Husten. Es gibt immer noch keine Möglichkeit, das abzukürzen und der Körper schafft es, die Erkältung von selbst zu beseitigen.

Für heute Abend ist hier eine Unwetterwarnung mit sogar möglichen Tornados angesetzt. Zumindest passt das gut mit meinem Pausentag zusammen. So braucht niemand Angst zu haben, dass ich zusammen mit meinem Mini-Zelt irgendwo von einem Tornado in den Himmel gesäugt werde. Ich werde es mir vielmehr hier im Motelzimmer gemütlich machen: ich habe drei kleine Bier besorgt und mieden Film „Butterfly Effect“ im Englischen Original heruntergeladen.

Und morgen kann ich ja vielleicht schon wieder ein Stück weiter wandern…

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2 Antworten zu Pausentag

  1. Jürgen schreibt:

    Ich wünsche Dir gute Besserung und das Beste für den Rest Deines Weges.

    Mit Spannung verfolge ich Deinen und Hermas Blog seit dem Beginn Eures Trails. Gehen werde ich den AT bestimmt nie, aber so bin ich wenigstens gedanklich mit dabei. 😉

    Viele Grüße
    Jürgen

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