Flucht vor der Regenfront

Tag 39
Meilen gewandert: 20
Meilen auf AT: 587

6:00
Von meinem Zelt aus habe ich Mobilfunkempfang, das kommt nicht oft vor. Daher kann ich vom Schlafsack aus schnell Emails abrufen. Und den Wetterbericht. Eine Front mit Starkregen zieht heran und bringt ab Nachmittag bis zu 25 Liter Regen. Mein Führer sagt, in Bland, VA gibt es ein Motel. Dazwischen liegen jedoch 20 Meilen (32 km) Wanderstrecke. Die Füße Schmerzen noch von gestern,
aber Zelten im Starkregen macht keinen Spaß.

7:00
Die Sonne ist aufgegangen. Ich bin schnell aufgestanden und hatte eine Packung(!) Knuspermüsli, verstärkt mit Milchpulver und einem Schluck Öl. John ist auch dafür, die 20 Meilen anzupacken. Jetzt gilt es noch das Zelt abzubauen und alles wieder im Rucksack zu verstauen.

7:30
Der Rucksack ist auf dem Rücken und es geht los.

8:00
Warum ist die Strecke, die im Führer als flach eingezeichnet ist, voller Steine und Felsen?

9:00
Erst 2 von 20 Meilen geschafft…

9:30
Immer noch nicht viel weiter

10:00
Eine nach Süden wandernde ältere Dame lädt uns ein, bei ihr zu duschen, wenn wir in Pennsylvania sind und gibt uns ihre Telefonnummer (?!?)

10:30
Das Frühstück liegt schwer im Magen und ich habe zu wenig Wasser eingepackt und bin nun durstig.

11:30
8,5 Meilen sin geschafft und wir machen Mittagspause in der Jenkins Shelter. Man tauscht Tratsch aus, erfährt wer vor einem und wer hinter einem auf dem Trail unterwegs ist. Dazu wird auch gerne immer wieder über Ausrüstung gefachsimpelt.

12:30
Wieder auf dem Appalachian Trail unterwegs.

13:30
Immer noch 10 Meilen, es fängt an leicht zu nieseln.

14:00
Das Motel hat ein Zimmer frei und wir haben es reserviert! Wir werden im Trockenen schlafen!

15:00
Immer noch 3 Meilen…

15:15
Immer noch 2,5 Meilen

15:30
Immer noch 1,9 Meilen

15:45
Immer noch 0,5 Meilen. Ein Shuttle holt uns in 20 Minuten an der Straßenkreuzung ab.

16:00
Geschafft! Straßenkreuzung erreicht, es beginnt zu regnen.

17:00
Inzwischen sind noch 7 weitere Wanderer angekommen, das Shuttle ist da!

17:30
Wir sind im Motel und schauen auf die verregnete Autobahn

17:45
Subway und Dairy Queen sind die einzigen Restaurants. Bland hat 409 Einwohner und schon bessere Zeiten gesehen. Dairy Queen wird uns wegen der Hot Dogs und Hamburger empfohlen.

18:15
Dairy Queen ist schlechter als McDonalds. Die Bäuche sind voll mit Fastfood.l

19:30
Ich bin frisch geduscht. Die Wetteraussichten für Morgen sind schlecht…

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Eine Antwort zu Flucht vor der Regenfront

  1. Carsten schreibt:

    „8:00
    Warum ist die Strecke, die im Führer als flach eingezeichnet ist, voller Steine und Felsen?“

    Das ist die sogenannte „Data-Book Lüge“

    Zwischen zwei Punkten gleicher Höhe, die ein paar Meilen auseinanderleigen und einen flachen Streckenverlauf sugerieren, liegen in der Regel extreme Höhenunterschiede, schlammigster Trail, steingster Trail oder andere Hindernisse, die man nicht erwartet hat.

    Das ist übrigens auch auf anderen US-Trails so 🙂

    CU

    Carsten

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