Last Minute Schuh-Experimente

Nun mache ich also doch noch etwas, was man kurz vor der Tour eigentlich nicht mehr machen sollte: mit neuen Schuhen experimentieren. Normalerweise heißt es ja “do not touch a running system”, leider ist mein Schuhsystem doch noch nicht wirklich funktionell. Wie kam es dazu? Gestern hatte ich nochmal einen Kontrolltermin beim Orthopäden, der mir sagte, dass mein rechter Fuß objektiv dicker sei als mein linker, aber medizinisch gesehen keine größeren Probleme haben sollte. Mein Fußrücken schmerzte jedoch objektiv bei den letzten Wanderungen , sobald ich die Schuhe etwas enger schnürte. Der Arzt meine dann noch nebenbei, dass ich doch einfach mal größere oder weiter geschnittenere Schuhe probieren solle.

Da ich sowieso noch ein paar Kleinigkeiten für meine Ausrüstung benötigte, bin ich am Abend noch zu Engelhorn Sport nach Mannheim gefahren. Der freundliche Verkäufer ließ mich einige Schuhe anprobieren, die jedoch alle zu eng für meinen hohen Spann waren. Als der Verkäufer dann so nicht mehr weiter wusste, wurde ich zu einem futuristischen Aparillo geführt, der angeblich meine Füße dreidimensional vermessen kann. Zuerst musste ich Kniestrümpfe mit Gittermuster anziehen, dann wurden meine persönlichen Daten auf in eine iPad getippt, danach sauste eine Kamera um meine Füße und schwuppdiwupp war ein dreidimensionales Bild meiner Füße auf dem Monitor!

Fußscan

Die Füße durfte ich in allen Positionen betrachten,  inklusive aller Fehlstellungen. Der Fußscanner hatte auch das in Zahlen gefasst, was meine Symptome schon lange vermuten ließen: Der rechte Fuß ist einen halben Zentimeter höher als der Linke! Grob überschlagen sind das an der stelle 1,5 cm mehr Umfang, die der Schuh abdecken muss, ohne zu quetschen.

Darüber hinaus hat das Ding dann in einer Datenbank gleich recherchiert, in welche Schuhe meine Füße am besten passen und man konnte die Schuhe gleich virtuell anprobieren! Der Computer wusste als gleich, dass von den leichteren Trekkingstiefeln am besten der Meindl Nebraska in Größe 44 passen würde (da nur Hanwag und Meindl Schuhe in der Trefferliste waren, konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das System von eben diesen Firmen gesponsert war.)

Nichtsdestotrotz fühlten sich die Meindl Schuhe überraschend gut am Fuß (vor allem seinem Rücken) an. Daher habe ich sie mitgenommen und probiere sie in den nächsten zwei Wochen mal aus. Engelhorn bietet ja an, dass man die Schuhe auch nach gründlichem Ausprobieren innerhalb von zwei Wochen zurückgeben kann, wenn sie nicht passen.

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9 Antworten zu Last Minute Schuh-Experimente

  1. ocram schreibt:

    Hey, hab letzte Woche schon deinen Kommentar gelesen bzgl. deines Problemes.
    Wenn du noch in die Richtung Trailrunner innerhalb der nächsten 2 Wochen probieren willst, würd ich mir an deiner Stelle mal die Inov8 Schuhe anschauen. Ich hab laut Orthopäden auch 2 sehr verschiedene Füße mit sämtlichen Fehlstellungen, und komme insbesondere am Fußrücken mit denen prima zurecht. Selbst mit medizinischen Einlagen ist in meinen Terroc noch gut Platz. Ein weiterer Pluspunkt dürfte da auch das sehr viel niedrigere Gewicht gegenüber deinen Meindl schuhen sein?

    Beste Grüße

  2. kazibo schreibt:

    Vielen Dank für den Tipp! Von Inov-8 habe ich schon mal gelegentlich was positives gelesen. Ich habe mal eben kurz recherchiert und gesehen, dass die in Deutschland gar nicht so leicht zu bekommen sind? Ausprobieren würde ich die schon gerne!
    Mit den Meindl Schuhen konnte ich heute immerhin schon knapp 20 km Wandern, ohne Schmerzen auf dem Fußrücken.
    Mit krummen Füßen ist das halt schon ein Kreuz!
    😉

  3. ocram schreibt:

    Bekommst bei Racelite, Outdoor-Hive und glaube trekking-lite-store?
    Bei den ersten 2 auf alle Fälle. Hatte vorher auch Meindl, dann Salomon und bin vom Komfort nun endlich super zufrieden mit den Terroc!
    Ein Versuch für ein glückliches Gelingen könnte es ja wert sein!

  4. German Tourist schreibt:

    Steph, Du solltest in jedem Fall auf Trailrunner umsteigen. So gut wie alle Triple Crown Wanderer laufen mit Trailrunnern und auch ich mache seit 4 Jahren nichts anderes. Als ich 2004 auf meinen ersten Langstreckentrail gegangen bin, war die Umstellung von Wanderstiefel auf Trailrunner für mich die mental schwerste. Jahrelang hatte mir die deutsche Outdoorindustrie eingebleut, dass man Wanderstiefel braucht. Glücklicherweise habe ich auf meine amerikanischen Kollegen gehört und bin mit Trailrunnern gelaufen. In der High Sierra bin ich dann vorsichtshalber auf Wanderstiefel umgestiegen und habe es bitterlich bereut. Meine Füsse schmerzten deutlich mehr in Stiefeln als in leichten Trailrunnern…. Ich bin seitdem nie mehr in Wanderstiefeln gelaufen und habe 25.000 km ausschliesslich in Trailrunnern absolviert.
    Je leichter der Schuh, desto weniger ermüden die Beine. Ausserdem bist Du in einem Trailrunner flexibler, d.h. Deine Füsse werden nicht so einseitig belastet wie in Stiefel, in denen Deine Füsse in eine bestimmte Form gepresst werden und ständige diesselbe Bewegung wiederholen.
    Ich habe schon verschiedene Sorten Trailrunner durch und bei den gängigen Sorten ist es eigentlich relativ egal, welche Du wählst – Hauptsache sie passen Dir. Innov8 sind da genauso gut oder schlecht wie z.B. Keen oder Salomon. Alle diese Schuhe bekommst Du in USA deutlich günstiger als hier. Da Du ja nach Atlanta fliegst, solltest Du am besten in den dortigen REI gehen und Dir ein passendes Paar mitnehmen. Bei REI kannst Du Dir auch postlagernd Schuhe auf den Trail schicken lassen. Am besten Mitglied werden, dann bekommst Du am Ende des Jahres Dividende auf Deine Einkäufe.
    Aber in jedem Fall: Keine Wanderstiefel, sondern Trailrunner!

  5. German Tourist schreibt:

    PS: Trailrunner kann man nicht einlaufen. Entweder sie passen oder sie passen nicht. Daher kannst du sie auch direkt in USA kaufen und gleich verwenden. Wenn Du eine passende Sorte gefunden hast, kannst Du immer direkt auf dem Trail einen fliegenden Wechsel machen, ohne Beschwerden beim Einlaufen befürchten zu müssen.

    • kazibo schreibt:

      Hallo Christine,

      So richtig hatte ich mich bis jetzt noch nicht an Trailrunner zum Wandern herangetraut. Irgendwie fühle ich mich in kurzen Schuhen etwas „nackt“ um die Knöchel.
      😉

      Anprobiert hatte ich schon mal Trailrunner von Salomon, leider passen meine Füße mit ihrem hohen Spann da nicht rein. Ich werde aber morgen in der Mittagspause mal den Laufshop hier in der Gegend konsultieren. Vielleicht haben die ja was für meine Füße…

      Immerhin hatten die Meindl-Stiefel heute genug Platz für meine hohen Fußrücken. Zum ersten Mal seit 6 Wochen bin ich heute 20 km und 600 Höhenmeter ohne Schmerzen im Fußrücken gegangen!

      Ein schickes Hemd mit langen Armen nenne ich nun auch mein eigen…

  6. German Tourist schreibt:

    Steph, trau Dich! Ich weiss, wie schwierig der mentale Schritt von Stiefeln zu Trailrunnern ist. Leider sorgt die deutsche Outdoorindustrie für entsprechendes Brainwashing. Trailrunner funktionieren nur in einem UL setup, aber Dein base weight ist eindeutig niedrig genug, um mit Trailrunnern klarzukommen. Ausserdem drücken Trailrunner nicht so sehr auf den Fussrücken wie harte Stiefel.
    Aber in jedem Fall freue ich mich zu hören, dass Deine Fussgenesung weiter fortschreitet.
    Bei mir geht es in 10 Tagen los….
    Christine

    • kazibo schreibt:

      Hi Christine,
      ich wollte mich nacher gleich mal „trauen“ und im Laufshop vorbeischauen. Trägst Du dann Gamaschen mit den kurzen Schuhen, damit keine Steinchen reinfallen? Besser wasserdicht mit Membran?
      Steph

  7. German Tourist schreibt:

    Ja, ich trage in der Regel Gamaschen, allerdings ganz einfache Stoffdinger. Hol dir doch in USA die Dirty Girl gaiters. Wasserdichte Gamaschen halte ich auf dem AT für übertrieben. Und für den AT sind Gamaschen nicht mal so unbedingt nötig.
    Trailrunner haben nämlich ggü. Lederstiefeln noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: Sie trocknen unglaublich schnell! Wenn Lederstiefel erst mal nass sind, braucht es Tage, bis sie komplett trocknen – nicht gut für die Füsse. In Trailrunnern werden Deine Füsse zwar schneller nass, aber auch viel schneller wieder trocken. Da Du im Sommer unterwegs sein wirst, geht das dann umso schneller. Und auch kein noch so teurer Wanderstiefel ist wirklich wasserdicht….
    Die musst nur aufpassen, dass Du die Trailrunner rechtzeitig wechselst – je nach Terrain halten sie ca. 1.200 – 1.500 km durch, dann müssen neue her.
    Viel Erfolg beim Probieren!
    Christine

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