Visum – Termin beim Konsulat

Heute war also mein Termin beim Konsulat. Das Ganze machte auf mich schon einen sehr amerikanischen Eindruck. Gestern habe ich noch alle Unterlagen zusammengesucht und -gepackt. Es hiess ja, daß das gepalnte Vorhaben nachzuweisen ist, dass Unterlagen erwünscht sind, mit denen man zeigen kann, dass man hier in Deutschland fest verwurzelt ist und nicht in die USA einwandern möchte. Zusätzlich sollte auch nachgewiesen werden, dass man auch die notwendigen finanziellen Mittel verfügt. Ich habe also Kontoauszüge, eine Bestätigung, dass meine Frau einen festen Job hat und unsere Heiratsurkunde eingepackt.

Um 6 Uhr morgens gings los, kurz vor dem Termin um 7:45 war ich da. Vor dem Eingang wartete schon eine 20 Meter lange Schlange, vor dem Schalter, bei dem man seine Bearbeitungsnummer zugeteilt bekommt. Es ist kalt. Das auf beiden Seiten offene Überdach ist gefroren. Die Dame im Schalter lässt sich Zeit. Kinder quengeln, weil es keine Toilette gibt. Ich habe meine Winterjacke vergessen. Nachdem mir die Nummer 323 zugeteilt wurde, muß ich wieder an einer anderen Schlange anstehen, zur Sicherheitskontrolle.

Endlich drinnen, geht es in eine helle Halle mit vielen Stühlen in der Mitte und vielen verglasten Schaltern an den Seiten. Meine Nummer wird aufgerufen. Der Herr prüft meine Unterlagen auf Vollständigkeit. Ich habe die Briefmarke auf dem Rückumschlag vergessen, es gibt jedoch einen Automaten der Post. Ich werde gefragt, og ich eine detaillierte schriftliche „Itinerary“ zu meinem Vorhaben habe (habe ich nicht). Ich müsse dann eben versuchen den Interviewer mündlich zu überzeugen. Ein wenig nervös bin ich jetzt schon. Zurück in den Wartebereich. Jetzt dauert es fast eine Stunde. Genug Zeit, die anderen Leute zu beobachten. Erstaunlich, was für verschiedene Menschen ein Visum für die USA haben möchten.

Dann ging alles ganz schnell: Meine Nummer erscheint auf der Anzeigetafel, ich werde zu einem Schalter gelotst, hinter dem eine freundliche älter Dame sitzt. Als ich sage, dass ich den Appalachian Trail laufen möchte, lächelt sie, und sagt, dass das doch so was wie der Jakobsweg hier in Europa sei. Sie bemerkt, dass ich schon oft in den USA gewesen sei und frägt, ob ich schon mal Scherereien dort hatte. Dies konnte ich verneinen. Als ich weiter reden wollte, hieß es nur noch: „Ihr Visum ist genehmigt, sie können wieder gehen, der Pass kommt per Post!“

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